Konzeption Jean-Paul-Schule

Als Freie Schulen haben die Waldorfschulen die hierarchisch organisierte Außenlenkung der staatlichen Schulen durch eine freiheitliche Verfassung ersetzt. Die Selbstverwaltung erfolgt durch Eltern und Lehrer gemeinsam und stellt ein sehr zukunftsorientiertes soziales Erfahrungsfeld dar.
Die pädagogische Leitung wird von der Lehrerkonferenz wahrgenommen, an der alle Lehrerinnen und Lehrer gleichberechtigt mitwirken. Das Bemühen um das Verständnis des Menschen, seiner Lebensgesetze und um Fortentwicklung der Pädagogik auf der Basis der anthroposophischen Geisteswissenschaft bildet die gemeinsame Grundlage.

Die Jean-Paul-Schule, die Tagesgruppe und der Kindergarten arbeiten als eigenständige Betriebsteile mit selbst entwickelten Leitungsstrukturen und Gehaltsregelungen. Übergreifende Organe der Selbstverwaltung sind der Trägerkreis und der Wirtschaftskreis. Beide Gremien setzen sich aus Elternvertreterinnen und -vertretern, aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Schule, Tagesgruppe und Kindergarten zusammen.
Der Trägerkreis ist zugleich Vorstand im Sinne des Vereinsrechts. Als Organ des Vereins Jean-Paul-Schule ist er neben der Wahrnehmung der Rechtsaufsicht (Arbeitsrecht, Bauanträge, u. a.) vor allem mit der Koordination der Tätigkeiten der einzelnen Betriebsteile beauftragt.
Der Wirtschaftskreis setzt sich ebenfalls aus Vertreterinnen und Vertretern der Elternschaft und den Betriebsteilen zusammen. Seine Aufgaben liegen im Gestalten der finanziellen Belange des Vereins (Gehaltsordnung in Abstimmung mit der Mitarbeiterschaft, Bauvorhaben, laufende Finanzen, u. a.) und in der Beratung und Kontrolle der Verwaltung. Die Mitglieder dieser Gremien werden von der Elternschaft und den Betriebsteilen delegiert.

Die Selbstverwaltung sei am Beispiel der Schule aufgezeigt:
Die Schulleitungskonferenz ist – wie schon im Namen gesagt – das Leitungsorgan der Schule. Mitglieder sind die Lehrerinnen und Lehrer, die mehr als ein Jahr in der Schule beschäftigt sind und unentgeltlich Zeit und Kraft in die Leitung der Schule geben wollen (wöchentliche Konferenzen, monatliche Samstagskonferenz und Klausurtagungen in den Ferien). Hauptsächliche Themen sind neben den Personalangelegenheiten die Schulentwicklung und die Qualitätssicherung.
Die Technische Konferenz tagt wöchentlich und regelt den Schulalltag: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schule nehmen teil.
Die Eltern-Lehrer-Konferenz tagt monatlich. Von der Lehrerschaft delegierte Vertreterinnen und Vertreter besprechen mit Elternvertretern der einzelnen Klassen Belange des Unterrichts und der Schule. Die Eltern-Lehrer-Konferenz delegiert die Elternvertreterinnen und -vertreter in die Selbstverwaltungsgremien.
Die Organisation der Schule im kurzen Überblick:
Die Leitung Schule liegt in den Händen der Schulleitungskonferenz.
Eine dreiköpfige Delegation dieser Konferenz ist die geschäftsführende Schulleitung: Diese übernimmt die Außenvertretung der Schule, sammelt Fachwissen und koordiniert alle Leitungsaktivitäten. Desweiteren delegiert die Schulleitungskonferenz Beauftragte für beispielsweise folgende Bereiche: Vertretung in Verbänden und Gremien, Schüleraufnahmen, Einarbeitung von neuen Lehrerinnen und Lehrern, Fachtagungen, Betreuung der Praktikanten/ Praktikantinnen, Redaktion der Schulzeitung und anderes mehr.
Die Kinderkonferenz tagt alle zwei Wochen: Thema ist eine Schüler- Besprechung oder eine Klassenvorstellung. Alle pädagogischen Tätigen und der Schularzt nehmen daran teil.

Die pädagogische Konferenz findet im vier- bis sechswöchigen Turnus statt. Hier werden in einem etwa zweistündigen Rahmen pädagogische Fragen bewegt, es finden Fortbildungen und Erfahrungsaustausch statt.

Klassenkonferenzen sorgen für den nötigen pädagogischen Austausch innerhalb der Klassenkollegien.
Fachkonferenzen gewährleisten den fachlichen Austausch und die fachliche Weiterbildung unserer Lehrerinnen und Lehrer. Darüber hinaus werden überregionale Fortbildungen des Bundes der Freien Waldorfschulen, des Hessischen Instituts für Lehrerfortbildung u. a. besucht und vom Verein finanziert.

In der Unter- und Mittelstufenkonferenz werden alle Belange bearbeitet bzw. besprochen, die die Klassen 1 – 8 gemeinsam betreffen. Diese Konferenz findet wöchentlich statt.

Die Werkstufenkonferenz tagt wöchentlich. Hier werden Themen und Anliegen geklärt, die die Schülerinnen und Schüler unserer Werkstufe betreffen.